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Wie dein Bindungstyp deine Beziehungen beeinflusst

Wie dein Bindungstyp deine Beziehungen beeinflusst

Dein Bindungstyp macht sich schon beim ersten Date bemerkbar!

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Wie dein Bindungstyp deine Beziehungen beeinflusst
© Martin Dimitrov


In der heutigen Dating-Kultur ist es üblich, vielen verschiedenen Menschen zu begegnen: den Ghostern, den Selbstsaboteuren, den Anhänglichen der Stufe 5, den emotional nicht verfügbaren Personen, den Fuckboys und so weiter und so fort. Es ist einfach, diese G’spusis als schlechte Beziehungserfahrungen abzuschreiben, aber es gibt sie. Es bringt nichts, es zu beschönigen und ihr unvorhersehbares Verhalten mysteriösen Kräften zuzuschreiben. Die Bindungstheorie kann nämlich Einblicke in diese Muster bieten.

Basierend auf unseren frühkindlichen Erfahrungen mit unseren Eltern (oder Erziehungsberechtigten) bilden wir theoretisch vier einzigartige Bindungsstile:

  • ängstlich-ambivalent Bindung
  • ängstlich-vermeidende Bindung
  • gleichgültig-vermeidende Bindung
  • sichere Bindung

Diese Stile verändern die Art und Weise, wie wir uns binden und auf zukünftige Beziehungen reagieren, grundlegend. In diesem Fall kann sich dies auch auf den ersten Blick darauf auswirken, von wem wir uns angezogen fühlen.

“Unsere Bindungsstile sind so wichtig, wenn es ums Dating geht, weil sie die Regeln ausmachen, die wir mit anderen in Beziehung setzen müssen. Sie können uns helfen, unsere Stärken und Schwachstellen in einer Beziehung zu verstehen. Bindungsstile beeinflussen, wie jeder und jede von uns auf Bedürfnisse reagiert und sie wirken sich wirklich auf alles aus, von der Auswahl unserer PartnerIn bis hin zum Verlauf unserer Beziehungen und leider bis zu ihrem Ende”, sagt der in Australien ansässige Therapeut Nabill Zafir.

Wenn du deinen Stil nicht kennst, kannst du ihn in diesem Quiz herausfinden. Lies dann hier weiter, um zu sehen, wie sich diese Bindungsstile in den frühen Stadien des Datens präsentieren und auswirken können – und wie sie deine Beziehungsperspektive beeinflussen können.

Die vier Bindungstypen

1. Der ängstlich-ambivalente Bindungsstil

Diejenigen mit einem ängstlichen Bindungsstil neigen dazu, unglaublich aufmerksam, freundlich und großzügig zu sein. Sie konzentrieren sich mehr auf die Bedürfnisse anderer als auf ihre eigenen. Sie neigen dazu, die Zuneigung und das Interesse ihres Dates zu gewinnen und aufrechtzuerhalten. Ihre Angst kann wahrscheinlich sichtbar sein. Diese Angst führt auch dazu, dass Menschen mit ängstlichem Bindungsstil gleich 10 Schritte in einer Beziehung überspringen wollen.

Zafir sagt, dass ängstlich-unsichere Personen nach einigen Dates wahrscheinlich starke Gefühle entwickeln, da sie Nähe und Bestätigung wünschen. Sie können über die Beziehung nachdenken und sie überanalysieren, was ihnen wiederum Angst macht. “Sie sind damit beschäftigt, eine Bestätigung zu suchen und von einem potenziellen Partner oder Partnerin ausgewählt zu werden. Da die Bedürfnisse nach emotionaler Abstimmung und Beständigkeit in der Kindheit nicht erfüllt wurden, haben Personen, die ängstlich verbunden sind, diese wahrgenommene Angst vor Verlassenheit und Ablehnung, sodass sie möglicherweise ausgelöst werden, wenn Distanz entsteht – zum Beispiel, wenn ein G’spusi nicht in ‘einer angemessenen Zeit’ auf ihre Anrufe oder SMS reagiert.”

Da ängstlich verbundene Personen sehr wachsam sind, wie sich Menschen ihnen gegenüber verhalten, können sie die unabhängigen Handlungen ihres Gegenübers negativ interpretieren, was das Gefühl von Eifersucht steigert. Um ihre Bedenken zu zerstreuen, wenn ihr Bindungssystem aktiviert ist, müssen sich ängstliche Menschen verankert und sicher fühlen.

2. Die ängstlich-vermeidende Bindung

Da der ängstlich-vermeidende Bindungsstil eine Mischung aus ängstlichen und vermeidenden Stilen ist, können diese Menschen unvorhersehbar und nicht einfach zu definieren sein. Ähnlich wie die Vermeidenden wirken sie zunächst sicher und emotional verfügbar, was es für ihreN PartnerIn destabilisierend macht, wenn sie später die Gänge wechseln. Ängstlich-vermeidende Daten haben gleichzeitig Angst, zu nah und zu weit zu sein, und tun sich am besten mit PartnerInnen, die emotionale Unterstützung, Stabilität und bedingungslose Akzeptanz bieten können.

Menschen mit diesem Bindungstyp neigen dazu, einen doppelten Zustand zu erleben, in dem sie sich Nähe wünschen (im Gegensatz zum abweisenden Typ), sich aber gleichzeitig zurückziehen wollen. Es besteht ein Misstrauen gegenüber Menschen und Wachsamkeit gegenüber Anzeichen von Enttäuschung oder Unerwünschtheit. Dies kann unglaublich schmerzhaft und beschämend für sie und verwirrend für die Menschen um sie herum sein. Verlieben kann sich für diesen Bindungstyp entsprechend erschreckend anfühlen. Sie befinden sich möglicherweise in einem Zyklus von Start-Stopp-Start. Die Angst, die sich aus einer Beziehung und der Abhängigkeit ergibt, führt dazu, dass sich diese Menschen zurückziehen oder die aufkeimende Beziehung beenden.

“Sobald sie anfangen, eine Verbindung zu spüren, sabotieren sie sich selbst. In Beziehungen spielen sie heiß/kalt, weil sie ein extremes Verlangen nach Bindung haben, gleichzeitig vertrauen sie ihr nicht und lehnen sie ab. Sie haben tiefe Vertrauensprobleme und Angst vor Verbandelungen durch Geschehnisse in ihr Kindheit “, erklärt Zafir.

3. Die gleichgültig-vermeidende Bindung

Gleichgültige VermeiderInnen lassen sich am Anfang oft schwerer enttarnen. Sie präsentieren sich als gelassen und selbstbewusst und wirken anfangs fast wie ein Mensch mit sicherem Bindungsstil. Ihre Unsicherheiten können ziemlich verborgen sein. Dieser Typ kann übermäßig eigenständig und langsamer zu binden sein, da sie Intimität und Beziehungen mit einem Verlust der Unabhängigkeit oder des Selbst in Verbindung bringen können und gerne viel Platz für sich selbst einräumen. Gleichzeitig reden sie nicht gern über ihre Gefühle oder sich selbst.
Laut Zafir wurden abweisende beziehungsweise gleichgültige VermeiderInnen in ihrer Kindheit emotional vernachlässigt, und so lernten sie, sich selbständig zu beruhigen und ihre Gefühle zu unterdrücken. Menschen mit diesem Bindungsstil lieben Small-Talk und schreiben oft lieber, anstatt sich zu treffen. Sie können dies als Taktik verwenden, um emotionale Intimität abzuwehren. Wenn ein Date zu früh zu viel Interesse oder Zuneigung ausdrückt, können sie sich überfordert fühlen und ziehen sich sofort zurück. Nähe kann unbewusst gespeicherte Gefühle der Einengung auslösen “, sagt Zafir.
Mit zunehmender Intimität tauchen ihre Vermeidungsverhalten langsam auf. Dies ist der Typ, der am ehesten ghostet und sich einfach nicht mehr meldet. So fühlen sie sich sicherer. VermeiderInnen brauchen Zeit, um sich selbst zu regulieren. Wenn sie mit jemandem zusammen sind, brauchen sie Geduld und Raum, um sich um ihre individuellen Bedürfnisse zu kümmern.

4. Die sichere Bindung

Eine positive Sichtweise des Selbst und des Gegenübers zeichnet einen sicheren Bindungsstil aus. Die Person kann Nähe zulassen und empfindet die Partnerschaft als emotional unterstützend.

Sicher gebundene Personen werden sagen, was sie denken und es genau so meinen. Sie fühlen sich wohl mit Intimität. Aber genau weil diese sicheren und stabilen Typen in den ersten paar Tagen keine Spielchen spielen, werden sie möglicherweise als zu langweilig und nicht aufregend genug empfunden, um sie weiter zu daten. Dabei könnten sie vermeidenden oder ängstlichen Bindungstypen helfen, die Sicherheit zu finden, die sie eigentlich so dringend suchen.

Themen: Liebe, Beziehung & Partnerschaft, Hochzeit, Psychologie, Liebeskummer

 
 
 
 

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